Florian Uhlig und Beethoven: Meister der Variation

Meister der Variation

Beethoven ist ein Meister der Variation, etwa in den späten Klaviersonaten: Aus wenigem macht er viel. Er hat auch leichtgewichtigere Variationszyklen geschrieben, einige von ihnen verwandelt der Pianist Florian Uhlig auf seiner neuen CD in Kunst. Auch er macht aus Wenigem viel. Vielleicht ist er als Pianist eine Art König Midas: Was er anfasst, wird zu Gold. Auf jeden Fall sollte, wer diese CD in den Player schiebt, auf Überraschungen gefasst sein.

Schon zwei Mal war Florian Uhlig beim Internationalen Pianistenfestival in Böblingen zu Gast, ihm gelang es, Publikum und Kritik zu beeindrucken. In seinen Programmen berücksichtigte er auch Beethoven, dem jetzt konsequent eine ganze CD gewidmet ist. Uhlig verfügt über einen differenzierten Anschlag und musiziert vielschichtig. Die Phrasen rundet er sinnvoll ab. Sein Spiel zeugt von Intelligenz, die Werkauswahl auch, dank der Phantasie seines Musizierens macht er auch aus dem Nebensächlichen das Interessante. Vor allem Details verblüffen. So stellt sich beim Hörer in 80 Klavierminuten nie das Gefühl ein, dass es nun aber genug sei.

Hauptwerk der CD sind die „Eroica-Variationen“, die Uhlig mit einer luziden, aufregenden Fuge krönt. Von diesem jungen Pianisten, der in Düsseldorf geboren wurde und mit 12 seinen ersten Klavierabend gab, möchte man gerne mehr hören.

Ludwig van Beethoven: Variationen für Klavier. Florian Uhlig, Klavier. Hänssler CLASSIC.

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