Swing in Perfektion: „Chris Hopkins meets the Young Lions“

Chris Hopkins ist ein vielbeschäftigter Jazzmusiker. Er hat auf der ganzen Welt über 5000 Konzertauftritte absolviert. Das Besondere, er ist ein Virtuose am Saxophon wie am Klavier. Geboren ist er 1972 in Princeton, New Jersey, aufgewachsen in Bochum, wo er heute noch lebt. Sein Vater hatte eine Professur für Sprachlehrforschung an der Ruhr-Universität inne. „Er war ein sehr guter Barockmusiker, hatte aber keine Affinität zum Jazz“ erzählt Chris Hopkins.

Auch Chris Hopkins ist ein Dozent: an der Hochschule für Musik in Köln. 

Dort hat er hochbegabte Swingmusiker entdeckt, die den Namen „Young Lions“ tragen und mit denen er jetzt eine erste CD eingespielt hat: „Chris Hopkins meets the Young Lions“. Hopkins hat sich dem Swing verschrieben, lange Jahre war er Saxophonist der legendären, vielfach ausgezeichneten „Echoes of Swing“. „Nach 20 Jahren in der unveränderten Besetzung, was kaum eine Band im Jazz geschafft hat, war es einmal Zeit für Neues für jeden von uns“, stellt Chris Hopkins fest. Die vier Musiker sind aber noch in Kontakt.

 „Etwas Neues“ ist eben diese fulminante CD. Hopkins ist auch ein Virtuose des Stride Pianos. Seine jungen Mitstreiter sind allesamt Meister ihres Fachs. Am Bass setzt Caris Hermes Akzente. 2024 hat sie den WDR Jazzpreis erhalten, er ist mit 10 000 Euro dotiert und mit einer Produktion mit der WDR Bigband verbunden.

„Live!“ steht auf der Vorderseite des Albums. Es enthält einen Konzertmitschnitt, so kann der Hörer verfolgen, wie der Funke auf das Publikum überspringt. Es ist ein umjubelter Abend.

Der Anfang gehört dem verspielten Klavier (Chris Hopkins) und dem dezenten Schlagzeug (Mathieu Clement). Dann tritt eine geschliffen strahlende Trompete (Thimo Niesterok) hinzu. Diese Trompete hat viel zu erzählen, sie gestaltet weite Linien. Die variable Trompete kann aber auch verträumt klingen, etwa in „Rockin´ Chair“ (Hoagy Carmichael). Es ist legere, stimmungsvolle Musik. Mathieu Clement, der 23 jährige Luxemburger, hat übrigens im alten Jahr noch eine Auszeichnung erhalten: den jungen Münchner Jazzpreis Als zweiter Titel erklingt „Indiana“: Hier findet sich spannend entspannter Swing.

Der Gitarrist Tijn Trommelen besitzt eine attraktive geschmeidige helle Stimme.

Von diesem jungen Löwen will und wird man noch viel hören.

Duke Ellington: „Satin Doll“. Klavier und Bass musizieren zusammen, beide virtuos. 

Glenn Miller: „Moonlight Serenade“. Hier fallen helle, nachdenkliche Klavierakkorde auf, es ist eine traumverlorene Ballade. 

Was die Fünf bieten, ist Gute-Laune-Musik, Swing in Perfektion. Es ist eine Freude, diesem Ausnahme-Quintett zuzuhören. Gut, dass dieses Album erst Vol. 1 ist! Es geht also weiter!

 Chris Hopkins meets the Young Lions. Featuring Thimo Niesterok (tp), Tijn Trommelen (vocals/g), Chris Hopkins (p), Caris Hermes (b), Mathieu Clement (dr). Echoes of Swing Productions, 2023.

Schreiben Sie einen Kommentar