2008 gelang der jungen Evgenia Rubinova ein Kunststück: Sie war die erste Musikerin, die beim Pianistenfestival in Böblingen für ein volles Haus sorgte. Der Württemberg-Saal der Kongresshalle war restlos ausverkauft.
Evgenia Rubinova ist ein Publikumsmagnet. Sie war in den Böblinger Beethoven-Zyklus eingebunden, alle 32 Sonaten wurden auf acht Pianisten verteilt. Rubinova wurde die schwierigste Aufgabe zugeteilt: Beethovens riesige, rasend schwere „Hammerklaviersonate“ (siehe den Artikel „Die gefürchtete Hammerklaviersonate als Konzertmitschnitt“).
Rubinova hat bei Wettbewerben Preise gewonnen, ihr wichtigster Erfolg war sicher die Silbermedaille in Leeds 2003. Die Pianistin stellt fest: „Große Wettbewerbe verlangen sehr viel in einem kurzen Zeitraum, das bringt einen unnormalen Stress mit sich, schon bei kleinen Konzentrationsschwächen kann man ausscheiden.“ Auf Wikipedia sind alle ihre Wettbewerbserfolge aufgelistet. Trotz dieser Wettbewerbserfolge „steht für mich das Musizieren im Zentrum meines künstlerischen Lebens“, bekannte sie im Booklet ihrer Debut-CD (bei EMI).
Schon als Kind war Evgenia Rubinova von Musik umgeben, die Eltern sind beide Berufsmusiker. Mit vier Jahren erhielt sie ihren ersten Klavierunterricht, an die ersten Schritte am Instrument erinnert sie sich allerdings nicht. Mit acht gab sie ihren ersten Klavierabend, mit zwölf debütierte sie mit Orchester. Seitdem hat sie mit vielen großen Klangkörpern zusammengearbeitet. Drei Orte haben sie geprägt: 1977 in Taschkent, Usbekistan, geboren, verbindet sie mit ihrer Heimat „viele wundervolle Kindheitserinnerun-gen“.
Ihre Jugend verbrachte sie in Moskau, wo sie ihre Klavierstudien fortsetzte. Seit 25 Jahren lebt sie in Deutschland. „Ich fühle mich sehr wohl hier“, sagt sie. In Frankfurt am Main studierte sie bei Lev Natochenny, der „mein musikalisches und pianistisches Empfinden völlig verändert hat“. Diese Begegnung vertiefte ihr Spiel. Heute ist Rubinova selbst Dozentin. Sie lehrt am Leopold-Mozart-Zentrum in Augsburg Klavier. „Fördern, Unterstützen, Beflügeln“, heißt es auf ihrer Homepage, „sind die Säulen ihres Unterrichts. Dabei geht es ihr nicht nur um technisches Know-how und Finessen der Fingerfertigkeit, sondern um den architektonischen Blick auf das Werkganze. Die musikalische Vorstellungskraft als Fundament der Klanggebung ist ihr dabei wichtig.“ Das macht vielleicht ihr Beethoven-Spiel so besonders.
Beethoven ist für sie sehr wichtig, kam sie doch schon als Kind mit ihm in Kontakt: „Ich habe eine sehr enge Beziehung zu Beethoven, vor allem zu seinem Spätwerk. Es weist weit in die Zukunft.“ In Böblingen ist sie ein gern gesehener Gast.
