Charmant: Laura Kipps Debüt

Jazz und Pop sind gar nicht so weit voneinander entfernt, wenigstens nicht auf dieser CD (mit) der großartigen Stuttgarter Jazzvokalistin Laura Kipp. Es finden sich hier: Melodien, so einschmeichelnd wie Pop, Musik, authentisch, spontan und eigenwillig wie Jazz. Es sind auch zwei Chansons dabei, Laura Kipp hat sich in Paris ausbilden lassen, wo sie heute auch lebt. Geboren wurde sie 1996 im Schwabenland, in Waiblingen, um genau zu sein.

Einige schlichte Klavierharmonien (an den Tasten: William Lecomte) leiten das Programm ein, das verrät noch nicht zu viel, aber macht schon deutlich: Es ist der Charme des Einfachen, dem man hier begegnen kann. Ihm hat sich die Vokalistin verschrieben. Mit Oberflächlichkeit hat das nichts zu tun. Jeder der 14 Songs besticht durch Ausdrucksnuancen. Der erste Titel „Quiet Land“, der der CD den Namen gab, ist ein verträumtes Stück, das eine besondere Atmosphäre schafft. Es ist popnaher Jazz. Die Worte „Stilles Land“ passen gut zu dieser Musik, die nie markig oder lautstark daher kommt, sondern dem Leisen vertraut. Am Anfang steht die Musik. Sie hat Bassist Jens Loh komponiert, er ist ein hoch versierter Solist. Die Texte schreibt die Sängerin selbst: „Die Kompositionen von Jens Loh sprechen eine eindeutige Sprache für mich“, erklärt Laura Kipp, „daher sind die Themen schnell gefunden und die Texte meistens kurz darauf geschrieben. Der Klang gibt also einen Charakter vor, den ich zu bedienen versuche. Die eigenen Geschichten fließen ganz automatisch mit in die Erzählung ein.“

Es ist eine makellose Stimme; sie klingt leicht und warm. Die Trompete (Joo Kraus) lässt sich von dieser Leichtigkeit anstecken und haucht ihre Linien. Mit dabei ist ein Streichquartett, das filigran die Stimme ergänzt und den lyrischen Ansatz dieser Produktion unterstützt.

Diese kristallklare schwebende Stimme berührt unmittelbar. In der Höhe entfaltet sie sich eindrucksvoll mühelos. Sie ist in vielen Jazzstilen zu Hause und hat einiges zu erzählen.

Mit ihren 25 Jahren steht diese Jazzvokalistin oder Vokalartistin noch am Anfang, ganz egal wie reif ihre Stimme bereits klingt. Am Anfang des Titelsongs ist von einer „Reise“ die Rede. Wohin die Reise geht, ist noch offen. Auf jeden Fall ist diese CD ein verheißungsvolles Debüt. Diese junge Sängerin sollte man unbedingt im Auge behalten. Im Ohr behält man sie sowieso.

Laura: Quiet Land. Laura Kipp (voc), William Leconte (p), Jens Loh (b), Eckart Stromer (dr) u. a. GLM 2021.

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